Ortsteilspaziergang in Sedlitz: Themen direkt vor Ort besprochen
Vom Bahnhof über das Oberstufenzentrum bis zur Sedlitzer Bucht: Beim Ortsteilspaziergang in Sedlitz wurden aktuelle Themen und Entwicklungen direkt vor Ort besprochen. Mit dabei waren Bürgermeister Andreas Pfeiffer, Ortsvorsteher Frank Ciesielski, sein Stellvertreter René Zernick, Martin Wolf vom Zweckverband Lausitzer Seenland, Carsten Henkel als Leiter des Geschäftsbereichs II, Frau Kotte-Bauer als Sachgebietsleiterin Bau und technisches Gebäudemanagement sowie Bürgerinnen und Bürger. Dabei ging es sowohl um konkrete Anliegen aus dem Ortsteil als auch um größere Vorhaben und die weitere Entwicklung von Sedlitz.
Vom Bahnhof direkt ans Wasser
Foto: Eröffnung des Ortsteilspaziergangs in Sedlitz am 22. September 2026
Am Anna-Mathilde-Gedenkstein ging es zunächst um das geplante Bauvorhaben „Anna-Mathilde – Gewässererlebnis am Großräschener See“.
Der Standort bietet eine besondere Möglichkeit: Vom Bahnhaltepunkt Sedlitz soll künftig eine direkte Verbindung bis ans Wasser des Großräschener Sees entstehen. Damit kann der Standort Bahnverkehr, Tourismus und Wassersport unmittelbar miteinander verknüpfen.
Ziel der Planung ist es, das gesamte Areal vom Bahnhaltepunkt Sedlitz bis zum See neu zu ordnen, aufzuwerten und zu gestalten.
Vorgesehen sind unter anderem ein Schiffsanleger für Wasserwanderer und ein Fahrgastschiff, die Erschließung und Gestaltung des Umfeldes am Gedenkstein, ein Multifunktionsgebäude mit Imbiss, WC und Sanitärbereich für Wasserwanderer, ein Panoramaweg, eine Promenade sowie ein Parkplatz mit Bushaltestelle für touristische Anbieter.
Gerade mit Blick auf die überregionale Erreichbarkeit bietet der Standort besonderes Potenzial: Über den Bahnhaltepunkt Sedlitz kann das Lausitzer Seenland besser an die Zentren Berlin, Dresden und Leipzig angebunden werden.
Barrierefreiheit am Bahnhof im Blick
Am Bahnhof Sedlitz stand vor allem die fehlende Barrierefreiheit im Mittelpunkt. Ortsvorsteher Frank Ciesielski sprach sich dafür aus, in den kommenden Jahren eine barrierefreie Lösung zu schaffen. Als Beispiel wurde der Bahnhof in Lübbenau genannt, wo der Zugang zum Tunnel über eine Rampe ermöglicht wird.
Gerade mit Blick auf die weitere touristische Entwicklung des Lausitzer Seenlandes gewinnt auch die Verkehrsanbindung an Bedeutung. Bahn, Bus, Fahrrad und Auto sollen dabei zusammengedacht werden. Die fehlende Barrierefreiheit des Bahnhofs soll deshalb gegenüber der Deutschen Bahn erneut thematisiert werden.
Auch das Empfangsgebäude war Gesprächspunkt. Zunächst wurden Maßnahmen vorgenommen, damit kein Wasser mehr in das Gebäude eindringt. Offen ist, wann eine umfassendere Sanierung folgen kann.
Für den Parkplatz am Bahnhof wird zudem geprüft, ob dort eine Ladesäule eingerichtet werden kann. Die Stadtwerke schauen sich die Möglichkeiten dafür an.
Anwohner sprechen Verkehr und Lärm an
Ein weiteres Thema kam direkt von Anwohnerinnen und Anwohnern: die Belastung durch den Verkehr auf der Bundesstraße.
Angesprochen wurden insbesondere Lärm, Staub und zu hohe Geschwindigkeiten. Gewünscht wurde unter anderem eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde.
Bevor ein entsprechender Antrag geprüft werden kann, sollen zunächst belastbare Daten erhoben werden. Vorgesehen sind eine Verkehrszählung sowie Geschwindigkeitsmessungen. Auf dieser Grundlage kann anschließend bewertet werden, welche Maßnahmen möglich und sinnvoll sind.
Schulstandort mit Geschichte und Zukunft
Am Oberstufenzentrum Lausitz, Abteilung 2, rückte ein Gebäude in den Mittelpunkt, das Sedlitz seit Jahrzehnten prägt.
Der markante Schulbau stammt vom Architekten Heinrich Otto Vogel und wurde von Beginn an als Schule genutzt. 1970 kam die Turnhalle hinzu. Im Jahr 2002 sanierte der Landkreis das Gebäude, anschließend zog das Oberstufenzentrum ein. Der Altbau steht seit 2015 unter Denkmalschutz. 2016 folgte eine umfangreiche energetische Sanierung des Anbaus. Auch die digitale Infrastruktur wurde in den vergangenen Jahren weiterentwickelt.
Als nächste größere Baumaßnahme ist die Sanierung des Flachdachs vorgesehen.
In diesem Zusammenhang wurde auch ein privates Grundstück thematisiert, dessen Zustand im Ort seit längerem diskutiert wird. Der dazugehörige Lindengarten wird weiterhin genutzt. Welche Entwicklungsmöglichkeiten für die Fläche bestehen, soll weiter betrachtet werden.
Entwicklung an der Sedlitzer Bucht
Zum Abschluss ging es an die Sedlitzer Bucht. Hier wird besonders sichtbar, wie sich der Ortsteil und das Umfeld des Sedlitzer Sees verändern.
Mit dem Hafen, dem entstehenden Multifunktionsgebäude KANU und weiteren touristischen Angeboten entwickelt sich die Bucht zunehmend zu einem Anlaufpunkt für Wassersport, Tourismus und Naherholung.
Auch die geplanten beziehungsweise entstehenden Übernachtungsangebote rund um die Sedlitzer Bucht waren Thema des Spaziergangs.
Themen mitnehmen und weiterverfolgen
Der Ortsteilspaziergang sollte nicht nur zeigen, was sich in Sedlitz bereits entwickelt hat. Ebenso wichtig waren Hinweise auf Probleme und offene Fragen.
Die angesprochenen Themen, darunter Barrierefreiheit am Bahnhof, Verkehr und Geschwindigkeit, Ladesäule, Gebäudeentwicklung und weitere Vorhaben rund um die Sedlitzer Bucht, werden nun in den zuständigen Bereichen weiterverfolgt.
Bürgermeister Andreas Pfeiffer: „Die Ortsteilspaziergänge sind für uns wichtig, weil viele Themen vor Ort ganz anders sichtbar werden als am Schreibtisch. Wir sehen gemeinsam, wo etwas gut vorangeht, aber auch, wo noch Handlungsbedarf besteht.“
Leiterin und Pressesprecherin
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