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04.09.2025

Von Rauno nach Tokio: Senftenberg ehrt Fleischermeister

Er hat die deutsche Wurst nach Japan gebracht. Fleischermeister Hermann Wolschke aus dem damaligen Rauno hat kulinarische Weltgeschichte geschrieben. Der außergewöhnlichen Lebensgeschichte und dem Mann, der noch heute in Japan tief verehrt wird, hat die Stadt Senftenberg eine Sonderausstellung in der Rathausgalerie gewidmet.

Wie Hermann Wolschke die Wurst nach Japan gebracht hat

Foto: Wie Hermann Wolschke aus Rauno die Wurst nach Japan gebracht hat, kann aktuell in der Rathaus-Galerie Senftenberg erkundet werden. Das Interesse an der außergewöhnlichen Lebensgeschichte war schon bei der Ausstellungseröffnung sehr groß.

Diese Ausstellungseröffnung hätte Hermann Wolschke gefallen: im kompletten Rathaus vom Foyer bis hoch zum großen Ratssaal duftet es verführerisch nach Wurst. Wo sonst Aktenberge bewegt werden, warten Hackepeterbrötchen, Wiener Würstchen, geräucherte Knacker und Schlachtewurst darauf, verspeist zu werden. Authentischer kann die Kulisse nicht sein, um zu zeigen, wie die Wurst von Senftenberg aus nach Japan kam.

„Mein Opa Hermann wäre glücklich gewesen“, sagt Enkel Friedrich Wolschke (69) und lobt dabei die knackigen Wiener Würstchen von Landwirt Domin aus dem Ortsteil Peickwitz.

Die besondere Lebensgeschichte von Hermann Wolschke aus Rauno wird 2005 bekannt mit einem Dokumentarfilm des japanischen Fernsehens, der die Spur des Lausitzer Fleischermeisters an Originalschauplätzen rund um Senftenberg aufspürte. Geboren in Rauno, dem Ort, der 1983 der Kohle weichen musste, kam Hermann Wolschke im Ersten Weltkrieg als Kriegsgefangener nach Japan. Noch während des Krieges und später in seiner eigenen Fabrik, produzierte er Wurst nach deutscher Art. Wolsckke gilt im fernöstlichen Land als Mann, der die Wurst nach Japan brachte und auch als Erfinder des Hotdogs. Er wird in Japan als große Persönlichkeit verehrt und es gibt auch heute noch ein Delikatessengeschäft in Karuizawa, in dem nach seinen original-Rezepten deutsche Wurst hergestellt wird. Sein Geburtstag am 31.Juli wurde in diesem Jahr sogar mit einer offiziellen Zeremonie in Tokio gewürdigt.

Foto: Drei Botschafter der Wolschke-Gesellschaft aus Japan waren Gäste der Ausstellungseröffnung in Senftenberg: Dr.  Yumi Dohi (Mitte), Eriko Tamura  (l.) und Enkelsohn Friedrich Wolschke.

Die außergewöhnliche Lebensgeschichte des umtriebigen Senftenberger Fleischermeisters wird in der Rathaus-Ausstellung mit Originalzeichnungen, historischen Fotos und seltenen Zeitdokumenten erstmals in seiner Heimatstadt beleuchtet. Die gezeigten Stücke basieren dabei auf zwei traditionellen Papiertheatern von japanischen Autoren.

Für Bürgermeister Andreas Pfeiffer ist die Ausstellung ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Japan. Er steht in Kontakt mit dem Bürgermeister der japanischen Stadt Komae, in der auch die Wolschke-Gesellschaft ihren Sitz hat. Bei der Ausstellungseröffnung waren mit Dr. Yumi Dohi, Eriko Tamura und Ines Jahn vom Senftenberger Stadtarchiv gleich drei Vertreter des Wolschke-Vereins anwesend. Sogar Friedrich Wolschke, der Enkel des Namensgebers, ließ es sich nicht nehmen, bei der Ausstellungseröffnung dabei zu sein.

Die Sonder-Ausstellung wird bis zum 16. September 2025 während der Rathaus-Öffnungszeiten gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Foto: Zur Eröffnung wurde die Geschichte des Fleischermeisters Hermann Wolschke im traditionellen Papiertheater "Kamishibai" erzählt. Für die Rathaus-Galerie eine Premiere. Warmherziger Applaus für die Erzählerin Anja Kolander (stehend l.) aus dem Rathaus.

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