Seiteninhalt
26.02.2026

Hintergründe zur Fällung und Nachpflanzung der Krimlinden

Fragen und Antworten zur Maßnahme: Geschäftsbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bau und stellvertretender Bürgermeister, Carsten Henkel, stand uns Rede und Antwort

Warum wurden 25 Bäume im vierten Bauabschnitt gefällt?

Im vierten Bauabschnitt der Ringstraße wurden 25 Krimlinden gefällt. Grundlage war ein umfangreiches Baumgutachten aus dem Jahr 2016. Dieses Gutachten prognostizierte dem Bestand aller Bauabschnitte nur noch eine begrenzte Restlebensdauer.

Ein wesentlicher Grund dafür sind umfangreiche Straßen- und Tiefbauarbeiten in den Jahren 2002 bis 2004. Dabei wurden Wurzelbereiche der Bäume erheblich beeinträchtigt. Schäden im Wurzelraum wirken sich oft erst Jahre später sichtbar auf die Vitalität und Standsicherheit aus.

Seit 2011 wurde der Zustand der Bäume regelmäßig kontrolliert und dokumentiert. Das Gutachten von 2016 bestätigte schließlich die eingeschränkte Lebensdauer des gesamten Bestandes.

Ziel der Maßnahme ist es, den geschlossenen Alleencharakter langfristig zu sichern und das denkmalgeschützte Gesamtbild der Gartenstadt Marga zu erhalten.

Warum wurden nicht nur einzelne geschädigte Bäume entfernt?

Ein Austausch einzelner Bäume hätte langfristig den geschlossenen Charakter der Allee zerstört. Die Ringstraße ist Teil eines denkmalgeschützten Gesamtensembles. Für dieses Ensemble ist ein einheitliches, durchgängiges Alleenbild von zentraler Bedeutung.

Da dem gesamten Bestand eine begrenzte Restlebensdauer prognostiziert wurde, wurde eine abschnittsweise vollständige Erneuerung als nachhaltigste Lösung bewertet.

Einzelne Fällungen hätten zu einem uneinheitlichen Erscheinungsbild geführt und den denkmalpflegerischen Anspruch der Gartenstadt Marga dauerhaft beeinträchtigt.

Warum erfolgt die Erneuerung abschnittsweise?

Die Ringstraße wurde in vier Bauabschnitten erneuert. Gründe dafür sind:

  • organisatorische und logistische Anforderungen

  • finanzielle Ressourcen

  • Personalaufwand

  • kontinuierliche Sicherung des historischen Erscheinungsbildes

In den ersten drei Bauabschnitten wurden bereits rund 150 Bäume nachgepflanzt.

Wurde die Entscheidung öffentlich diskutiert?

Ja.

Das Gutachten wurde 2017 im Ortsbeirat Brieske vorgestellt und anschließend im Bauausschuss beraten. Im Jahr 2020 erfolgte eine erneute Befassung im Ortsbeirat.

Darüber hinaus wurde 2023 ein Stadtspaziergang mit Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt, bei dem die Strategie zur Erneuerung der Allee ausführlich erläutert wurde.

Eine Petition sowie ein Antrag zum Erhalt des vierten Bauabschnittes wurden öffentlich diskutiert. In beiden Fällen entschied die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich, an der geplanten Umsetzung festzuhalten.

Die Entscheidung wurde somit in öffentlichen Sitzungen beraten und demokratisch beschlossen.

Welche Genehmigungen lagen vor?

Für die Maßnahme lagen folgende Genehmigungen vor:

  • denkmalrechtliche Genehmigung

  • Genehmigung nach dem Alleenschutz

  • artenschutzrechtliche Ausnahme

Zuständige Genehmigungsbehörde war der Landkreis Oberspreewald Lausitz.

Erst nach Vorliegen dieser Genehmigungen konnte die Fällung rechtlich umgesetzt werden.

Warum musste vor dem 28. Februar gefällt werden?

Baumfällungen sind in Deutschland grundsätzlich nur im Zeitraum von Oktober bis Ende Februar zulässig.

Ab März beginnt die Brutzeit vieler Vogelarten. Auch Fledermäuse werden dann wieder aktiv und nutzen Baumhöhlen als Quartier.

Die Fällung musste daher bis Ende Februar abgeschlossen sein. Wäre dieser Zeitraum überschritten worden, hätte die Maßnahme erst wieder ab Oktober 2026 durchgeführt werden dürfen.

Wie wurde der Artenschutz berücksichtigt?

Artenschutz hatte bei der Durchführung der Maßnahme eine hohe Priorität.

Vor der Fällung wurden im unmittelbaren Umfeld Nistkästen angebracht, um Ersatzhabitate für Vögel und Fledermäuse zu schaffen.

Bestimmte Stammsegmente wurden stehend geborgen und an anderer Stelle wieder aufgestellt. So bleibt insbesondere holzbewohnenden Käferarten weiterhin ein Lebensraum erhalten.

Zudem wurde die Fällung durch eine ökologische Baubegleitung fachlich begleitet.

Was passiert mit dem Holz?

Für Fällarbeiten besteht ein Rahmenvertrag. Die Stadt Senftenberg unterliegt als öffentliche Auftraggeberin dem Vergaberecht.

Im Leistungsverzeichnis wurde festgelegt, dass das anfallende Holz in das Eigentum des Auftragnehmers übergeht. Die Stadt ist kein Holzverwerter und übernimmt keine Weiterverarbeitung oder Vermarktung.

Diese Regelung ist bei vergleichbaren öffentlichen Maßnahmen üblich. Das Unternehmen berücksichtigt den Wert des Holzes im Rahmen seiner Kalkulation des Gesamtauftrages.

Wann erfolgt die Nachpflanzung?

Im vierten Bauabschnitt werden 26 neue Krimlinden gepflanzt.

Die Planung erfolgt durch Fachplaner. Dabei werden verbesserte Standortbedingungen geschaffen. Dazu gehören unter anderem ausreichend dimensionierte Wurzelräume, optimierte Bodenverhältnisse und Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Konflikten mit unterirdischen Leitungen.

Die Pflanzung ist für das Winterhalbjahr 2026/2027 vorgesehen.

Wie sieht die Perspektive für die Ringstraße aus?

Mit Abschluss der Arbeiten wird die Ringstraße im kommenden Frühjahr baulich fertiggestellt sein.

Nach der Pflanzung werden die jungen Bäume in den folgenden Jahren anwachsen, Kronen ausbilden und wieder einen geschlossenen, ökologisch wertvollen Alleencharakter entwickeln.

Ziel ist es, das herausragende städtebauliche und landschaftsarchitektonische Erbe der Gartenstadt Marga langfristig zu sichern.